Taschenwerk: Unterschied zwischen den Versionen

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In der Prägetechnik Bezeichnung für eine seit der Mitte des 17. Jh. eingeführte, gegenüber dem Walzenprägewerk verbesserte Münzenprägemaschine. Die Münzbilder einer Prägung wurden in kreisbogenförmig gekrümmten Stempelflächen geschnitten. Die beiden Stempel besaßen je einen Einspannzapfen, mit denen sie in entsprechende „Taschen“ (Vertiefungen) der beiden Wellen befestigt wurden. Über ein Hebel- und Zahnradsystem wurde die Maschine angetrieben, dabei rollten die Stempelpaare aufeinander ab und prägten die dazwischengelegten Platten. Der Vorteil des Taschenwerks bestand darin, daß unbrauchbare Stempel einzeln ausgewechselt werden konnten. Die Wiener Münze prägte bis 1754, einige süddeutsche Münzstätten noch bis 1790 damit. Das Taschenwerk wurde später durch → [[Klippwerk|Klippwerk]] bzw. → [[Spindelwerk|Spindelwerk]] ersetzt. → Münztechnik.
 
In der Prägetechnik Bezeichnung für eine seit der Mitte des 17. Jh. eingeführte, gegenüber dem Walzenprägewerk verbesserte Münzenprägemaschine. Die Münzbilder einer Prägung wurden in kreisbogenförmig gekrümmten Stempelflächen geschnitten. Die beiden Stempel besaßen je einen Einspannzapfen, mit denen sie in entsprechende „Taschen“ (Vertiefungen) der beiden Wellen befestigt wurden. Über ein Hebel- und Zahnradsystem wurde die Maschine angetrieben, dabei rollten die Stempelpaare aufeinander ab und prägten die dazwischengelegten Platten. Der Vorteil des Taschenwerks bestand darin, daß unbrauchbare Stempel einzeln ausgewechselt werden konnten. Die Wiener Münze prägte bis 1754, einige süddeutsche Münzstätten noch bis 1790 damit. Das Taschenwerk wurde später durch → [[Klippwerk|Klippwerk]] bzw. → [[Spindelwerk|Spindelwerk]] ersetzt. → Münztechnik.
 
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Aktuelle Version vom 30. Juli 2021, 17:55 Uhr

In der Prägetechnik Bezeichnung für eine seit der Mitte des 17. Jh. eingeführte, gegenüber dem Walzenprägewerk verbesserte Münzenprägemaschine. Die Münzbilder einer Prägung wurden in kreisbogenförmig gekrümmten Stempelflächen geschnitten. Die beiden Stempel besaßen je einen Einspannzapfen, mit denen sie in entsprechende „Taschen“ (Vertiefungen) der beiden Wellen befestigt wurden. Über ein Hebel- und Zahnradsystem wurde die Maschine angetrieben, dabei rollten die Stempelpaare aufeinander ab und prägten die dazwischengelegten Platten. Der Vorteil des Taschenwerks bestand darin, daß unbrauchbare Stempel einzeln ausgewechselt werden konnten. Die Wiener Münze prägte bis 1754, einige süddeutsche Münzstätten noch bis 1790 damit. Das Taschenwerk wurde später durch → Klippwerk bzw. → Spindelwerk ersetzt. → Münztechnik.